Von Flanderns Feldern auf den Siegener Schlossberg

Belgische Austauschschüler in Siegen Siegen ist supergeil!

So wohl das Fazit der Gruppe belgischer Austauschschülerinnen, die mit ihren Lehrerinnen Pascaline Outtier und Sandra Leleu drei Tage in der Krönchenstadt weilten, um einen Eindruck von Land und Leuten, Tradition und Reform, Schule und Freizeit, Geschichte und Gegenwart rund um den Siegberg zu gewinnen. Wo sie das umgangssprachliche Adjektiv wohl aufschnappten? Dazu später mehr.

Das Austauschprogramm mit dem Koninklijk Athneneum in Ypern und dem Peter-Paul-Rubens-Gymnasium erfreut sich einer über dreißigjährigen Tradition. Dereinst von Herrn Oberstudiendirektor a.D. Bruno Kühner und seinen belgischen Kollegen ins Leben gerufen, lag die Organisation nunmehr auf Siegener Seite in den Händen von Cristina Kothe und Martin Reinschmidt.

Untergebracht in den Elternhäusern der Siegener Gymnasiasten bot sich den Besucherinnen, die zum Teil schon über weit fortgeschrittene Deutschkenntnisse verfügen, Gelegenheit, Einblicke und Begegnungsmomente in das deutsche Alltagsleben zu gewinnen und zu erleben.

„Gerne hätten wir noch mehr Zeit miteinander verbracht“, so das einhellige Credo, als schon am Sonntagmorgen am Siegener Bahnhof wieder Lebewohl gesagt werden musste.

Ein volles Programm lag zu diesem Zeitpunkt hinter den Gästen.

Donnerstagnachmittag hatte man nach Unterrichtsbesuchen und Deutschstunden am Gymnasium in deutsch-belgischen Tandems eine Stadtralley unternommen, die von Dilldappenzeichnungen über Kriegerdenkmalinschriften bis zu Rubenschen Geburtshäusern Einiges zu Siegener Kulturelementen abgefordert hatte.

Danach war man im Museum am Oberen Schloss durch eine fachkundige Führung der Siegener Geschichte näher gebracht worden. Besonders eindrucksvoll war hier wohl der lichtstille Rubenssaal, von dessen Wänden die Portraits jener Vertreter der Nassauischen Linie geblickt hatten, deren Engagement im Kampf der Generalstaaten gegen die spanisch-habsburgische Krone maßgeblich die bis 1648 erfolgte politische Umgewichtung auf dem Staatsgebiet des heutigen Belgiens mitgeprägt hatte.

Anschließend hatte Bürgermeister Steffen Mues die Gäste zum Empfang geladen, um bei Siegerländer Kartoffelbrot und entspannter Stimmung gemeinsam mit Lehrern und Schülern den ersten Siegener Nachmittag der jugendlichen Besucher zu beschließen.

Freitag hatten die Schüler im Kunstunterricht auf eine Initiative Frau Leleu und Frau Dusendann in Partnerarbeit zwei Plastiken gefertigt, die im Zuge der in diesem Jahr In Ypern stattfindenden Gedenkveranstaltungen an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges präsentiert werden sollen.

Nach vierstündiger schöpferischer Arbeit hatte die Gruppe in der Schulküche daraufhin gemeinsam gekocht, getafelt und gespült.

Da auch körperliche Betätigung und Sport in geselliger Runde nicht zu kurz kommen dürfen, war es nach dem Besuch des Aktiven Museums Südwestfalen zum Bowlen nach Geisweid gegangen, wo im Widerspiel von Strikes und Gutterballs der Freitagabend eingeläutet worden war, welcher nach Spielschluss von dem munteren Völkchen in der Siegener Innenstadt weiter zelebriert wurde.

Dies war wohl die richtige Einstimmung auf einen Tag in der Domstadt gewesen, zu der die Gruppe früh am Samstagsmorgen aufgebrochen war. Im Umfeld von gothischer Kathedrale, sonnenüberfluteten Rheinauen, plastikphallusbestückten Junggesellenabschieden und feingeschwungener Hohenzollernbrücke hatte es sich trefflich parlieren, beobachten und lachen lassen, bevor die eingeführten Devisen dem Kölner Einzelhandel zu Gute gekommen waren.

Ermattet aber glücklich waren die Ausflügler schließlich wieder in Siegen angekommen, um nach der Bahnfahrt, die durch Gleisbauarbeiten bedingt nahezu drei Stunden gedauert, jedoch auch mittels Schienenersatzverkehr einen Einblick in das Wissener Hinterland gewährt hatte, umgehend die Betten aufzusuchen.

 

Supergeil? War da noch was? Natürlich. Cristina Kothe hatte in Anlehnung an das gleichnamige Lied von „Der Tourist“ mit den Schülerinnen im Deutschunterricht Wörter gesammelt und an ausgewählten Orten über die drei Tage verteilt Videos drehen lassen, in denen die Schüler oder die Lehrer zum eingeübten Takt einfach gesungen und getanzt hatten, was Austausch so besonders macht: Super Essen, super Leute, super Schule, super Betten, super Eltern . . . , um schließlich im Kehrreim einfach alle mal zu behaupten: „Wir sind supergeil.“

Nun, zumindest arbeiten alle an dieser hehren Aussage. Die nächste Gelegenheit, sich ihrer Erfüllung anzunähern, wird sich im November bieten, wenn die Siegener Gymnasiasten und ihre Lehrer bei ihren belgischen Freunden in Ypern zu Gast sein werden.

Am Sonntagmorgen hieß es zunächst einmal nur noch am Bahnsteig winken.

 

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

 

Weitere Informationen zum Konzept des Ypern-Austauschs finden Sie hier!

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