Vive la France! Vive l´amitié entre le PPR et NDP!

Ein Austausch mit der Schule Lycée Notre-Dame-de la-Paix in Lille

Erstmalig entstand ein Austausch zwischen sechs deutschen Schülerinnen und Schülern des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums aus Siegen und sechs französischen Schülerinnen und Schülern des lycée Notre-Dame-de la-Paix aus der nordfranzösischen Metropole Lille. Die französischen Gäste besuchten uns in der Zeit vom 03.-07. Juni 2019 und machten sich gemeinsam mit uns auf eine spannende Entdeckungsreise durch ein facettenreiches Programm, einer lehrreichen Tandemarbeit und einigen interkulturellen Überraschungen.

Empfangen wurden die französischen Gäste im geschmückten Pädagogischen Zentrum durch begrüßende Worte von Herrn Fischbach und Frau Debski, einer Tanzeinlage der Tanz-AG zum deutsch-französischen Lied Tu m´appelles (Adel Tawil), dem Stück Comptine d'un autre été (Yann Tiersen) gespielt von der Austauschteilnehmerin Anne Marie Germann (10a) und einem Buffet passend zum Dekor in tricolore-Farben. In einer heiteren und ungezwungenen Atmosphäre konnten sich die französischen Schülerinnen und Schüler, die kurz zuvor vom Siegener Hauptbahnhof abgeholt wurden, etwas beschnuppern und ins Gespräch kommen.

 

Nach einer Verschnaufpause bei den Gasteltern wurde das abwechslungsreiche Programm mit einer Nachtwächterführung durch die Siegener Altstadt eingeläutet. Unsere französischen Gäste übernahmen gerne die Aufgabe des Lichtträgers, des Beilhalters und sogar des Richters, als zwei zänkische junge Damen im Joch in Zaun gehalten werden mussten.

Trägt jede Deutsche ein Dirndl, trinkt jeder Deutsche Bier und ausnahmslos jeder Franzose Rotwein? Was isst man in Deutschland und Frankreich zum Frühstück, zu Mittag oder gar zum Abendessen und warum?

Wie finden Deutsche eigentlich ihr Schulsystem und was halten Deutsche von französischer Politik? Diese und weitere Fragen versuchten die deutschen und französischen Austauschschülerinnen und Schüler in Tandemarbeit in der gut ausgestatteten Schulbibliothek des PPRG zu beantworten und ergänzten diese mit Ergebnissen aus späteren Interviews.

Malerisch ging es am nächsten Tag durch beide Museen Siegens weiter. In einer Führung durch das Schaubergwerk des Oberen Schlosses in deutscher Sprache konnten die Schülerinnen und Schülern einen kleinen Vorgeschmack auf die Erbstollenführung am Donnerstag erhalten und einen kleinen Einblick in die lange Tradition Siegens als Eisenerzbergbaugebiet erhaschen. Der prächtige Rubenssaal mit dem Porträt von Peter Paul Rubens verbindet beide Städte Siegen und Lille in besonderer Weise, denn so bekannt Siegen als die Geburtsstadt Rubens ist, so verbreitet sind auch die Werke Rubens´ aus seiner Lebensphase in Lille.

In einer etwas anderen, unkonventionellen Führung im Museum für Gegenwartskunst auf französisch, wurden auch die Schülerinnen und Schüler teilweise selbst Teil eines Kunstwerkes, indem sie z.B. ein menschliches Bücherregal imitierten oder verschiedene Bilder auf kreative Weise erschlossen. Nach der Führung in einem Atelier erstellten sie selbst aus umfangreichen Materialien ein Kunstwerk durch Malerei oder Bastelei zu einem der drei Themen (Abenteuer/Freundschaft/Bibliothek). Zum Schluss entstanden einzigartige Kunstwerke, die jeweils dem deutschen oder französischen Gegenstück, dem Austauschpartner, überreicht wurden.

 

Die Museumsführungen am Dienstag waren besonders interessant, da wir viel Wissenswertes über Siegen erfahren haben und zudem einige historische sowie zeitgenössische Kunstwerke besichtigen durften. Als wir schließlich selbst ein kleines Kunstwerk basteln sollten, war es schön, die Bemühungen eines jeden in unseren individuellen Ergebnissen wiederzuerkennen. Diese konnten wir schließlich unserem Austauschpartner als Zeichen der Freundschaft schenken. 
Anne Marie (16)

Ein Ausflug in schwindelerregende Höhen und in ein Highlight des Austausches war die eintägige Exkursion nach Frankfurt, die mit einer atemberaubenden Aussicht vom Main Tower begann, durch Interviews mit den Bewohnern Frankfurts zu den einzelnen Themenschwerpunkten der Austauschpaare angereichert wurde und schließlich mit einem Frankfurt-Quiz an der Börse in Gesellschaft des grünen Bullen (Symbol für steigende Kurse) und des grünen Bären (Symbol für abfallende Kurse) abgerundet wurde. Die 12 Schülerinnen und Schüler durften sich frei in Kleingruppen in der Frankfurter Innenstadt bewegen und die gemeinsame Zeit genießen.

 

Den Tag in Frankfurt fand ich sehr schön, weil man viel Zeit mit seinem Austauschpartner hatte und man sehr viel über die andere Person erfahren konnte. Außerdem haben wir viel gesehen!

Lotta (15)

So luftig froh es am Mittwoch den Schülerinnen und Schüler auf dem Main Tower in Frankfurt erging, so tief traten sie ins kühle, dunkle Gestein des Reinhold Forster Erbstollens in Siegen-Eiserfeld hinein. Dort erschloss sich in beeindruckender Weise ein Teil der Geschichte des Siegener Eisenerzbergbaus. An einer frischen Quelle kosteten einige Schülerinnen das klare Wasser aus den Tiefen des anthrazitfarbenen Gesteins und ansatzweise konnte man sich durch die lebhafte Führung vorstellen, wie schwer es den Bergbauarbeitern gefallen sein muss, tagtäglich den Mut zusammenzunehmen, um dort für eine unverhältnismäßig kleine Summe ihr Leben zu riskieren.

Wenig später trafen sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam zum Bowlen in der Bowling Arena in Geisweid, um in Teams gegeneinander und füreinander anzutreten. Die Lehrkräfte hielten sich an diesem Abend zurück und genossen den Blick auf die ersten Freundschaften, die die Schülerinnen und Schüler geschlossen hatten. Sie lachten und scherzten, auf französisch, auf deutsch, nun gut, hin und wieder auch auf englisch. Jedoch hätte ein Außenstehender nicht eindeutig aus der Ferne feststellen können, welcher Schüler oder welche Schülerin denn nun welcher Nationalität angehörte. Europa lag in der Luft! Im Bowlen hat übrigens der französische Schüler François gewonnen, sozusagen 1:0 pour la France. Aber in Lille soll dann im Lasertagspiel die Revanche erfolgen...

 

Am letzten Tag, nach den Präsentationen der sachlichen, ernsten und lustigen Ergebnisse und Antworten aus den Interviews, galt es, unsere französischen Gäste würdig zu verabschieden. Dies geschah wie bereits beim Empfang- durch Worte von Herrn Fischbach, Frau Debski und diesmal auch von Herrn Guyomard, dem französischen Kollegen. Allen wurde für diese unvergessliche Erfahrung gedankt und die Austauschschüler mit gemischten Gefühlen zum Bahnhof gebracht. Letztendlich bleibt festzustellen:

 

Diesen Moment behalte ich mir in Erinnerung, da wir alle miteinander gelacht haben und Spaß hatten. Außerdem haben wir dort viel Neues entdeckt und neue Freundschaften geknüpft.

Conrad (15)

 

Ich fand den Austausch sehr lehrreich und man hat viel über die andere Kultur gelernt.

Lotta (15)

 

Text: Jeannette Debski

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